Lasst uns jetzt ein Klassenbewusstsein schaffen!
- baumgartneremily
- 20. März
- 2 Min. Lesezeit
Wir leben in einem kapitalistischen System, in dem zwei Klassen nebeneinander existieren: die Arbeiterklasse und die Bourgeoisie.
Die Arbeiterklasse, oder Proletariat, macht 99 % der Bevölkerung aus. Die Arbeiterinnen und Arbeiter verkaufen ihre Arbeitskraft gegen einen Lohn. Ihr Ziel ist es, von ihrer Arbeit zu leben.
Die Bourgeoisie macht 1 % der Bevölkerung aus. Die Bourgeoisie besitzt die Produktionsmittel. Sie strebt danach, sich um jeden Preis zu bereichern.
Ihre jeweiligen Interessen stehen im Widerspruch zueinander, da die Löhne der Arbeiter*innen einen Vermögensverlust für die bürgerliche Klasse bedeuten. Diese wird daher versuchen, sie so weit wie möglich zu senken, während die von den Arbeitgebern und Aktionären angeeignete Gewinnspanne schlichtweg der Raub des von der Arbeiterklasse geschaffenen Mehrwerts ist. Es handelt sich also um einen ständigen Kampf zwischen diesen beiden Klassen.
Der Mehrwert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Gebrauchswert einer Ware oder Dienstleistung und ihrem Tausch- oder Marktwert. Nehmen wir als Beispiel einen Stuhl: Dieser hat einen bestimmten Wert, da er ein Bedürfnis erfüllt – nämlich das Bedürfnis, sich hinsetzen zu können. Außerdem kostet er einen bestimmten Betrag an Rohstoffen. Was ich gerade beschrieben habe, ist der Gebrauchswert. Dann gibt es den Markt- oder Tauschwert, der konkret dem Verkaufspreis dieses Stuhls entspricht. Dabei handelt es sich um den Gebrauchswert, zu dem der Mehrwert hinzukommt. Der Mehrwert besteht also in der Arbeit, die geleistet wurde, um das Rohmaterial in einen Stuhl zu verwandeln.
Kommen wir nun zur Wirtschaft im Allgemeinen. Es gibt zwei Möglichkeiten, sich damit auseinanderzusetzen:
👉 Die erste, die Wirtschaft nach bürgerlicher Auffassung, funktioniert wie folgt: Zunächst einmal besitzt die Arbeitgeberseite die Produktionsmittel; dann nutzt sie diese zur Produktion; und schließlich, in einem dritten Schritt, reinvestieren die Arbeitgeber das verdiente Geld in die Wirtschaft.
👉 Die zweite, die Wirtschaft nach Marx, besagt, dass die Bourgeoisie zunächst einmal über Geld verfügt; dass sie dieses Geld anschließend in Produktionsmittel investiert, um zu produzieren; und dass sie schließlich die finanziellen Gewinne einstreicht.
Diese beiden Sichtweisen auf die kapitalistische Wirtschaft schließen sich nicht gegenseitig aus: Sie ergänzen sich und existieren in unserer modernen kapitalistischen Gesellschaft nebeneinander. Denn man kommt an der marxistischen Sichtweise der Wirtschaft, die schlichtweg eine Wahrheit ist, nicht vorbei. Gleichzeitig ist aber auch die bürgerliche Sichtweise der Wirtschaft nicht falsch: Ein Teil der erzielten Gewinne wird tatsächlich wieder in die Wirtschaft reinvestiert.
Man muss sich vor Augen halten, dass das Hauptziel der Bourgeoisie in ihrer persönlichen finanziellen Bereicherung besteht, auf Kosten der Arbeiterklasse und des Planeten.

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